Sammlung: Tagebücher der Soldaten

  • oldeurope schrieb:

    Hier sammeln wir lyrische Ergüsse aus der Community.


    Solltet ihr mit der (fiktiven) Darstellung eurer Person nicht einverstanden sein schreibt bitte eine PN an den Autor oder meldet den Beitrag über das Moderationssystem.



    Die Wolken ziehen sich langsam über Altis zusammen. Ein kühler Wind pfeift.

    Rauch steigt auf am Horizont.

    Ich wende meinen Blick weg von der Ferne.

    Sie verharren auf dem trockenen Pool der vor mir ist. Ich greife nach meiner Feldflasche auf dem kleinen Tisch. Nehme einen Schluck und stehe von der Sonnenliege auf.


    Wenn ich nicht das Geschrei von Männern aus dem Haus hören würde, könnte man meinen das ich mich im Urlaub befinden würde.

    Vorbei ist es mit der Idylle. Ich gehe vorbei an erschöpften Soldaten zurück ins Haus. Unzählige schwarze Sacke liegen im Raum verteilt. Auf dem einzigen Tisch im Raum kämpft einer unserer Sanis darum, das der nächste Sack noch etwas langer leer bleiben kann. WiuWiuWiu schreit er die ganze Zeit dabei und stopft unzählige Kompressen in den Bauch irgendeiner Armen Sau. Frozen, soviel hat er schon gesehen, doch auch Ihn hat der gestrige Tag hingerafft. PTBS ist nicht zu unterschätzen. Das WiuWiu wird etwas leiser als Ihm Paolo eine Banane in den Mund steckt. Er beißt ab und schluckt es runter. Er schaut mich an und lächelt, “Ich bin ein BANANAMEDIC.” Ich lächle zurück, doch mir fehlen die Worte. Einfach nur durch. Aber ich kann es Ihm nicht verübeln.


    Mein Blick schweift durch den Raum und bleibt auf dem Spiegel hängen. Blut klebt an meinen Armen, doch ich bin nicht ernsthaft verletzt. Fett und Essensreste kleben auf meiner Schutzweste. Die Schweine mussten mich auch unbedingt beim Essen stören. Sowas feiges. Ich mach mach auf den Weg zur Küche. Ich stolpere über zwei Beine. “Scheiße Tobi, müsst du dich neben die einzige Pflanze im Raum setzen?”, lache ich Ihn an. Unter seinem Tarnanzug kann ich ein lächeln erkennen. “Na alles fit?” Der einzige den die ganze Scheiße kalt lässt. Aber er ist auch nicht umsonst einer der Dienstältesten Soldaten die wir haben. Wenn auch er noch durch drehen würde, dann wär hier alles verloren.


    Ich fülle meine Wasserflasche auf und lehne mich an den Küchenschrank. Wann hat das alles ein Ende? Wozu das ganze? Ruhm? Ehre? Vaterland? Alles quatsch. Am Ende geht es nur um meine Jungs. Und möglichst alle durchzubringen. Leider war dafür gestern ein richtig beschissener Tag.

    Schreie kommen aus dem Wohnzimmer und das WiuWiu wird lauter. Noch ein junger Kerl ohne Bein. Immerhin wird er den scheiß wohl überleben.


    Der Küchenschrank fängt an leicht zu vibrieren. Die Vibration wird immer stärker und mit einem ohrenbetäubenden Lärm hält ein T100 Panzer vor dem Haus.


    Chef ist da. Na klasse. Ich mach mich auf dem Weg raus. Er steigt aus der Luke aus, springt vom Panzer runter. “WAS WAR DAS DENN FÜR EIN SCHEIß?” Nach Jahren über in einem Lauten Panzer kann er nur noch schreien. Nicht umsonst hat jeder seinen Funkkanal auf der geringsten Lautstärke. Und Trotzdem kann man Ihn immer deutlich verstehen. “Die haben uns ordentlich den Arsch versohlt”. Er schmeißt seine Haube in die Ecke. “EXCALIBUR, DEN SCHRAUBENSCHLÜSSEL”

    Ob er damit versuchen will das kaputte Rohr vom Panzer zu Flicken, oder es für seine eigenen Schrauben braucht? Ich weis es nicht.


    Ich schau mich um und atme tief los. Matze mein Adjutant kommt auf dem Haus raus. Er ist immer noch geschockt. “Gibt es jetzt wieder Krieg?”, fragt er mich mit zitternder Stimme. “Ich weiß nicht, ob das das Anfang vom Ende, oder das Ende vom Anfang ist. Doch eins weiß ich.. Es geht wieder los.”





    DIE CSAT BRAUCHT EUCH.

    Meldet euch unbedingt zurück. Rekrutiert eure Freunde und auch eure Mütter. Viele Soldaten mussten auf dem Schlachtfeld geopfert werden. Es wird Nachschub gebraucht. Also rührt die Werbetrommel, nervt eure STEAM Freunde. Und dann bringen wir die Hölle zurück zur NATO. Auf geht’s !





    Anmerkung: Der oben genannte Text ist zur Motivation und zu Belustigung da. Eine Erwähnung darin (oder nicht Erwähnung), stellt keinerlei Bewertung da. Ich hätte bestimmt auch noch was über Hardy oder Dominik oder sonst wehn schreiben können. Allerdings ist mir dazu so spontan nicht einfallen. :saint:

  • Beitrag von Paul ()

    Dieser Beitrag wurde von Manu aus folgendem Grund gelöscht: das kann weg ().
  • Freitag, 01. Feburar 2019

    Stützpunkt irgendwo auf Altis


    Kühler Wind bläst mir sanft vor meiner Baracke ins Gesicht. Ich ziehe an meiner Zigarette und starre Gedankenverloren die See hinaus gen Horizont, der sich vom nahenden Sonnenaufgang rötlich färbt. Ein absolut malerisches Bild zeigt Altis in seiner Pracht, doch es bleibt dennoch ein Trugschluss eines Paradises. In der ferne höre ich das Charakteristische Knattern von Maschinengewehren, Einschläge und heulen von Artilleriegranaten und die lärmenden Motoren von Hubschraubern. Meine Gedanken schweifen zu meinem ersten Kampfeinsatz in Chernarussland zurück.

    Damals habe ich unter General T. Neo Andersen gedient, einem hoch angesehenen General, mit einer langen Geschichte in den Streitkräften. Ich kam frisch aus der Ausbildung zum Scharfschützen und bekam eine alte KSVK in die Hand gedrückt. Die Kameraden witzelten anfangs noch darüber wie so ein „Milchbubi“ es in eine Spezialeinheit geschafft hatte und schlossen wetten ab wie lange ich wohl auf dem Schlachtfeld überleben würde. Nach einigen Wochen wagte es keiner mehr Witze zu reißen. Das Gewehr war zwar alt, aber ich hatte nie Probleme mit Ladehemmungen und die 12,7 mm Projektile waren absolut tödlich. Ich erinnere mich nicht mehr an die Gesichter meiner Feinde, so viele sind es gewesen. Gott… ganze Trupps habe ich damals vernichtet. Nach dem Ende der Kampfhandlungen in Chernarussland wurde ich auf die Schlachtfelder in Karatschenien, Celle und Tanoa geschickt, wo ich unter verschiedenen Generälen diente. Auch auf Altis war ich schon mal im Einsatz gewesen und bin deshalb sehr gut mit dem Gelände vertraut.


    Ich wende meinen Blick auf die Gebirgskette an der sich die Wolken zusammenziehen. In den Wolken reflektiert sich das Mündungsfeuer von Geschützen und Explosionen. Ein letztes Mal ziehe ich an der Zigarette, stoße den Rauch durch meine Nase aus und schnippe den Stummel in den Sand. Ich gehe in meine Baracke hinein und hole meine Ausrüstung aus einer Tasche unter meinem Bett. Ich ziehe meinen Tarnanzug an, den ich in der Nacht fertig genäht und mit Gräsern ausgestattet habe. Dann packe ich mein Gewehr aus, eine M320 LRR im Kaliber .408, stecke eine Pistole in mein Halfter und fülle die Magazine mit Patronen auf.

    Ich mache mich auf dem Weg zum Schießstand um den angesetzten Rost loszuwerden. Vor einem Monat bekam ich einen Anruf von Frozen, dass ich wieder in den Dienst zurückkehren müsse, da sie schwere Verluste erleiden und sie meine Hilfe brauchen. Ich musste nicht lange überlegen, denn ich komme einfach nicht mehr im zivilen Leben zurecht. Egal was ich tat fühlte sich falsch an, ich vermisste das Adrenalin vom Gefecht und nur auf dem Schlachtfeld fühlte ich mich am Leben. Ich öffnete mit dem Kammerstängel die Kammer und legte eine Patrone hinein. Das Geräusch vom Repetieren klang wohlwollend in meinen Ohren. Mit meinem Fernglas schätzte ich die Distanz zu meinem Ziel und stellte mein Visier, begleitet vom sanften klicken der Rädchen am Zielfernrohr ein. Ich holte tief Luft, atmete langsam durch den Mund aus und spürte wie mein Herzschlag ruhiger wurde. Sanft streichelte mein Finger den Abzug und langsam zog ich den Abzug durch. Zufrieden stellte ich fest, dass ich nicht alles verlernt hatte und schulterte mein Gewehr. In dem Moment wurde der Lärm von Hubschraubermotoren lauter.


    Die ersten MedEvac-Hubschrauber landen in der Basis und etliche Männer werden ins notdürftige Lazarett gebracht. Ich betrete die von Schreien erfüllte Halle, doch mich nimmt es überhaupt nicht mehr mit. Der Tod ist für mich nur noch ein Nebeneffekt des Krieges. Durch die Schreie ist ein „Wiu! Wiu! Wiu!“ zu hören. Es ist der Sanitäter Frozen, der gerade dabei ist die Blutung eines jungen Soldaten zu stoppen. Der Krieg bringt ihn wohl so langsam an den Rand des Wahnsinns. Paolo, der in der Nähe steht, schaut ihn Finster an während er eine Banane isst. Mein Weg führt mich zur Küche in der ich meine Feldflasche auffülle und mir Müsli in Schüssel fülle. Ich setze mich neben die Pflanze im Raum und schlinge mein Frühstück hinunter. Plötzlich verstummt das „Wiu“ von Frozen und kurz darauf höre ich ihn rufen: „Ich bin ein BANANAMEDIC!“


    Ich schüttel den Kopf - als plötzlich jemand über meine Beine fliegt. „Scheiße Tobi, musst du dich neben die einzige Pflanze im Raum setzen?“, lacht mich Niffer an. An seinen Armen klebt Blut und seine Schutzweste ist voller Fett und Essensreste. „Na, alles Fit?“, grinse ich ihn an. Niffer füllt seine Feldflasche auf, lehnt sich gegen den Kühlschrank und starrt gegen die Wand. Das Gefecht scheint ihn nicht ganz kalt zu lassen und ich frage mich was ihm wohl im Kopf durchgehen mag. Weitere Schreie und Frozen sind zu hören. Nach einiger Zeit fängt alles an zu Vibrieren und kurze Zeit später hält der Chef Lord im Panzer neben dem Haus. Niffer geht sofort zu ihm nach draußen.


    Auch ich gehe nach einem Blick auf meine Uhr hinaus und begebe mich zu den Helikoptern. „Was war das denn für ein Scheiß? Die haben uns ordentlich den Arsch versohlt!“, höre ich Lord immer noch deutlich durch den Lärm in der Basis brüllen. Der Pilot Dragon hat schon den Motor vom Hubschrauber laufen als ich einsteige. „Wo soll‘s hingehen?“, fragt er mich über das InterCom. Ich gab ihm die Koordinaten von der Landezone durch.

    „Alles klar, geht los!“, sagte er mit erhobenen Daumen. Dann hob der Helikopter ab und ein letztes Mal schaue ich zur aufgehenden Sonne. Ich bin wieder da...

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    ===OPT-Mitglied seit Februar 2010===

    Soldat -=- OPT-Kampagne "Red Storm3"

    SSQL -=- OPT-Kampagne "Dragon Rising"

    Scharfschütze -=- OPT3-Testkampagne Tschernarussland

    Scharfschütze -=- OPT3-Kampagne Tschernarussland #1-3

    Scharfschütze -=- OPT3-Kampagne Karatschenien

    Scharfschütze -=- OPT3-Kampagne Celle

    Scharfschütze -=- OPT3-Kampagne Altis #1-2

    Scharfschütze -=- OPT4-Kampagne Tanoa #1


    "Anfliegende Geschosse haben immer Vorfahrt" - Verfasser Unbekannt

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  • Der Krieg geht wohl an keinem Spurlos vorbei. Damals dachte ich noch, dass mir der ganze Scheiß nichts anhaben kann, doch mittlerweile habe ich die Wahrheit erkannt. So vieles habe ich schon erlebt. So viele Kameraden getroffen zu Boden gehen oder im Feuerhagel sterben sehen. Ganz eklig waren die armen Schweine, die Opfer von Explosionen wurden. Es war so schon hart genug zu sehen, wie ein geliebter Kamerad sich mit einem ohrenbetäubenden Knall in blutige Fetzen verwandelt, doch sich dann noch die stinkenden Überreste von der Uniform waschen zu müssen hat mich wohl an den Rand des Wahnsinns gebracht.

    Andere drehen dann durch. Stopfen sich dauernd ohne es zu merken Bananen in den Mund oder fangen an wirres Zeug zu reden. Einem Medic aus unserem Stützpunkt hat es wohl völlig den Verstand gekostet, denn angeblich denkt er jetzt, er sei ein Ambulanzwagen und mache die ganze Zeit „WiuWiuWiu..“. Ich bin nur total abgestumpft.

    Es ist mir mittlerweile fast egal, was um mich herum passiert. Ich habe meine Mission und an die klammere ich mich, wie ein Ertrinkender sich an ein Stück morsches Treibholz klammert. Ich weiß, wenn es mich trifft, dann kommt kein Sanitäter vorbei und kein Kamerad schleppt mich zurück zur Basis. Dafür bin ich zu weit von den anderen Truppen entfernt. Wenn ich gehe, merkt das keiner. Ich werde einsam sterben, aber auch das ist mir egal.


    Weiterhin in Gedanken versunken hole ich die nächste Sprengladung aus meinem schweren Rucksack, verbinde sie mit dem Zünder und markiere sie auf der elektronisch synchronisierten Karte. Ein Marker am Rand der Karte auf dem Gerät zeigt mir, dass sich dort wohl die feindliche Artillerie befindet. Erst jetzt fällt mir das Knallen der Abschüsse aus dieser Richtung auf. Haben sie schon die ganze Zeit geschossen und ich habe es nicht gehört? Ich weiß es nicht. Ist mir auch egal.

    Ich schaue noch einmal in meinen Rucksack. Eine große Sprengladung, zwei Sprengsätze und zwei Panzerminen sind noch drin. ‚Das reicht.‘, denke ich und werfe mir den Rucksack wieder auf den Rücken. Mit müden Beinen mache ich mich auf den Weg in Richtung Artillerie.


    Auf meinem Weg treffe ich Avenger. Noch so eine arme Sau weit ab von der Truppe. Viel länger schon dabei als ich. ‚Was er wohl alles schon erlebt hat?‘, frage ich mich‚ und: ‚Wie er seinen Verstand noch behalten hat?‘

    Mit seinem schweren MG liegt er an einer Straße auf der Lauer. Er meint, er hätte die Geräusche von schweren Abschüssen der Führung gemeldet und die haben dann die genaue Position der Artillerie aufklären können. Im Tal hinter der nächsten Hügelkuppe. Er sagt mir auch, dass Dave noch irgendwo dort oben sein müsste.

    Ich gehe weiter und versinke wieder in Gedanken. Dave. Den habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Das letzte Mal haben wir uns wohl auf Tanoa getroffen. Damals hatte ich von der Führung noch einen AT-Raketenwerfer gekriegt und er einen für AA. Doch mittlerweile hat unsere Truppe kein Geld mehr und es werden nur Restbestände verteilt. Ist er jetzt auch hier im Einsatz? Hat er auch die verregneten schlammigen Wälder von Chernarus überlebt?


    Tatsächlich sehe ich ihn wenig später wieder. Mit trüben Blick schaut er den wolkenverhangenen Himmel ab und sucht nach Bewegungen. Ich grüße ihn, doch er starrt nur weiter in den Himmel. Ein Helikopter nähert sich langsam aus Richtung Feindbasis. Schrapp schrapp schrapp schrapp. Dave greift, der Gewohnheit folgend, nach dem Werfer auf seinem Rücken, doch da ist nichts mehr. Den hat er wohl schon lange verloren. Seine leeren Hände führen die so oft durchgeführten Bewegungsabläufe fast schon maschinenartig aus. Die rechte Hand an den nicht vorhandenen Abzug und die linkte stützt die leere Luft. „Pfffchchchrrruuuu..“, sagt er und grinst glücklich wie ein kleines Kind, obwohl der Helikopter unbeeindruckt weiterfliegt. Ich klopfe ihm mit einer Hand auf die Schulter und sage: „Du bist hier fertig. Geh nach Hause.“ Ob er mich überhaupt bemerkt hat, weiß ich nicht. Er starrt weiter in den roten Himmel und schultert seinen imaginären Raketenwerfer. ‚Ein weiteres Opfer des Krieges‘, denke ich und mache mich wieder auf den Weg. Ich habe schließlich noch einen Auftrag.


    An all dem ist Junky schuld, denn er hat mich mit Versprechungen zur Truppe geholt. Hat ewig über seinen Oppa geredet, und was der mit seinen „Schweinchen“ wohl für Heldentaten vollbracht hat. Ich weiß, dass Junky noch mitten im Geschehen ist. Die Verteidigung, das ist seine Heimat und dort wird er von seinen Kameraden geliebt. Ob er manchmal noch an mich denkt? Ob er weiß, dass ich hier draußen bin und tief im Feindesland herumkrieche? Von meinen „Heldentaten“ wird er jedoch nie erfahren. So, wie eigentlich niemand davon erfahren wird, denn ich bin allein hier draußen und werde allein sterben. Doch auch das ist mir am Ende egal. Ich gehe weiter und klammere mich an mein Stück morsches Treibholz, meine Mission.

  • Auf Entzug.


    Ein Dröhnen weckt mich. Der Boden zittert. Ich hebe den Kopf und muss mich sofort heftig übergeben. Ich wische mir mit dem Ärmel über den Mund und stemme mich mühsam auf die Beine. Ein paar Bilder zucken mir duch den Kopf. Musik. Kai tanzt mit seinem AT-Werfer. Kreischendes Lachen. Certain zieht eine grinsende Grimasse. Eine langes Seil mit unzähligen aufgefädelten Ohren. Brüllende Anfeuerungsrufe. Ich tanze darunter Limbo. Die Ohren streichen mir über das Gesicht. Ich recke meine Zunge heraus. Ich kann mich nicht erinnern wann ich mich zuletzt so frei und glücklich gefühlt habe. Ich spüre wie mich etwas im Schritt drückt, schüttle heftig den Kopf und vertreibe die Bilder. Ich beuge meinen Oberkörper zurück und schlage meinen Schädel mit voller Wucht gegen die Wand.


    Das hat geholfen. Ich weiß wieder wo ich bin. Gestern kam die Nachricht! Es geht wieder los. Wir haben sofort die Jungs zusammengetrommelt und die Party geplant. Wir freuen uns im wahrsten Sinne des Wortes wie die Tiere. Endlich. Es war so erbärmlich "zu Hause" bei den Lemmingen. Ich verstehe sie nicht mehr. Sie widern mich an. Wie sie herumlaufen und sinnlose Dinge machen. Sie wissen nichts! Ich hasse sie. Nur noch ein kleines bischen länger und ich hätte ein paar Lemminge quiken lassen müssen!


    Aber nun ist alles gut. Es geht wieder los. Ich habe zwei Stunden in Embryonalhaltung geweint bis ich mich endlich wieder fassen konnte als ich es erfahren habe. Gott wie ich die Jungs vermisst habe!

    Endlich konnte ich meinen Bunker wieder verlassen in dem ich Lebensmittel und Waffen horte. Wo die Pläne für Tag X aufbewahrt werden. Falls die Lemminge jemals über die Grenze kommen oder die HL übernehmen bin ich bereit! Aber ich schweife schon wieder ab. Nochmal schlage ich meinen Kopf mit voller Wucht gegen die Wand. Etwas warmes läuft mir langsam von meiner Stirn über den Nasenrücken und tropft auf meine Lippen. Der Geschmack und Geruch lassen mich erschauern. Ich bekomme eine Erektion. Das passiert mir ständig.


    Ich lasse meinen Blick über das Charlie-Quartier schweifen. Gegenüber schläft Kai auf dem Boden. Er ist nackt. Er schmiegt sich an seinen AT-Werfer als wäre er seine Geliebte. Jemand hat Reizwäsche über den kalten Stahl des Werfers gespannt. Das lebensgroße Abbild des Gesichts der gegnerischen HL wurde an den Lauf geklebt. Harbicht sitzt daneben im Türrahmen und nickt mir zu. Sein Gesicht eine Maske. Keine Regung in der Mimik die verrät was er über mein Verhalten denkt. Wie immer ist er nach Lehrbuch gekleidet, sein Marschgepäck griffbereit neben sich liegend. Nur sein Werfer liegt fein säuberlich in seine Einzelteile zerlegt vor ihm auf einem Stück aus Seide. Man könnte ein Lineal anlegen so akkurat ist alles arangiert. Ich frage mich immer wieder wie er es schafft bei unserer speziellen Truppe und den Eigenheiten die jeder entwickelt hat so einen kühlen und analytischen Verstand bewahrt zu haben. Aber vielleicht ist genau das ja seine persönliche Perversion. Dahinter kniet Syprox halbnackt im Gang der Baracke, nur mit Tarnfarben und über dem Rücken gekreutzen Munitionsgürteln am Oberkörper. Er versucht wieder einmal mit eine Zange Metallteile von seiner Waffe zu brechen. "Zu viel Ballast, zuviel Ballast, zuviel Ballast,..." murmelt er sein übliches Mantra.


    Ich bewege mich weiter Richtung Ausgang. Die Sonne geht gerade auf. Morgendämmerung. Der Himmel ist blutrot. Gegen den Türrahmen zeichnen sich zwei Silhouetten ab. Mehrboon und Certain sitzen dort auf zwei Munitionskisten. Der Rauch von Certains im Mundwinkel hängender Zigarette kräuselt sich langsam nach oben, während er mit konzentriert-liebevollem Blick etwas auf eine Schnur fädelt.

    Es sind die Ohren der Lemminge. Wohl bei der Party gestern abgefallen. Der Charlie-Squad trägt sie im ewigen Wettstreit darum wer die längste "Halskette" schafft zusammen. Längst sind die Ketten zu lange um tatsächlich getragen zu werden. Wir bewahren sie im Kühlhaus neben den Wurstvorräten auf und holen sie nur noch zu besonderen Anlässen heraus und dekorieren die Baracke damit. Gestern war wieder so ein Anlass.

    Es geht wieder los! Wieder bekomme ich eine Gänsehaut und spüre wie das Blut in meinen Schoß pumpt.


    Ich höre ein helles weibliches Lachen aus dem gegenüberliegenden Bravo-Quartier. Sofort fällt meine Erektion in sich zusammen. Seit kurzem haben wir eine Frau in der Truppe. Canavar. Erst hatte ich Sorge was das für Auswirkungen hat. Ich hasse Frauen eigentlich! Die meisten sind Lemminge. Sie erinnern mich an die "Heimat". Die hasse ich auch! Doch spätestens seit die Kameradin mit glockenhellem Lachen davon erzählt hat wie sie an der Flagge unter einem Panzer liegend den Lemmingen der Gegnerfraktion die Kniescheiben zerschossen hat ist sie eine von uns! Wenn ich ihre helle Stimme auf dem Weg zur Front im Helikopter höre, bekomme ich schmerzliche Flashbacks über ein Leben vor der Armee. Aber dadurch kann ich das Schlachthaus unter uns noch intensiver erleben. Das ist geil.


    Ich muss pissen! Ich verlasse die Baracke und mache mich auf den Weg zum Lemmingnest. Manchmal haben wir lange Weile an der Fahne. Dann suchen wir uns einen halbzerschossenen Lemming der Gegner und versuchen ihn mit in die Basis zu verschleppen. Dort schmeißen wir ihn in ein Erdloch neben den Latrinen. Ich behaupte immer es gäbe Befehle Informationen zu gewinnen. Ist gelogen. Ich glaube das wissen alle. Interessiert aber niemanden. Ich brauche einfach etwas Lemming-Gequike zwischen den Schlachten. Ich halte schon lange nicht mehr 10 Tage ohne aus.


    Ich gehe vorbei am HL-Büro. Ich habe keine Ahnung wer gerade das Sagen hat. Ist mir auch scheißegal. Ich habe gehört die aktuelle HL will hinschmeißen weil sie sich so sehr sehnt nach der Front. Sie vermissen die Schreie, die Gewalt und den Geruch nach Pulver und Gedärmen. Arme Schweine! Mir würde es genauso gehen. Die Vorgänger Kings und CjiNoo sitzen mittlerweile auch wieder im Panzer und schießen auf alles was ihnen vor das Rohr läuft habe ich gehört. Verständlich - Panzerjungs halt. KalleK sitzt vor dem Büro an einem Tisch und wühlt in einem mannshohen Berg aus Zetteln. Keine Ahnung wie er da die Übersicht behält. Vermutlich schreibt er seinen nächsten Monolog. Schredder steht neben ihm, wedelt mit einer Karte und flüstert eindringlich in sein Ohr. Elefant steht mit seinem Medic-Rucksack daneben und macht sich Notizen. Im Hintergrund stehen Kli und Scott und zeichnen Linien und Striche auf eine Karte. An der Front vergesse ich manchmal dass es die beiden gibt so tief dringen sie ins Feindesland vor.


    Zwei Jungs von Alpha, Form und Spectre kreuzen meinen Weg. Wir tippen uns im Vorbeigehen an die Stirn. "Ich weiß einfach nicht wo ich das Scheiß Funkgerät zuletzt hatte!" "Na solange Chidon es nicht in die Finger kriegt..." schnappe ich im Vorbeigehen auf. Ich schlendere an den Pilotenquartieren vorbei weiter zum Lemmingnest. Ich sehe oppa der seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht - Hummingbird polieren. Der Typ ist ein absolutes Urgestein, die halbe Hand fehlt ihm, von Zeit zu Zeit schreit er plötzlich um sich. Er erzählt dann was von "Tacheles reden" und "Alter Schule". Mit keinem würde ich lieber fliegen - er ist unersetzbar! Er kennt jede Karte wie seine Westentasche. Es ist unheimlich. Man könnte denken er hat dem grausamen Gott der diese unendliche Symphonie aus Tod und Gewalt für uns konstruiert hat bei der Erschaffung seines perversen Konstrukts über die Schulter geschaut. Er hat damals unter Sewer-Rat gelernt. Eine Flieger-Legende in der OPT, ist irgendwann untergetaucht keiner weiß wohin. Zur Zeit gibt oppa seine Kunst an Schrecki weiter. Für unsere alte Truppe ein ziemliches Frischfleich, knallt uns mit dem Kampfheli ständig die Gegner kurz vor unserem Einsatgebiet weg. Deswegen nervt er mich ziemlich. Versuch mal von so einem verkohlten Klumpen, aus den Wracks die er hinterlässt, die Ohren abzutrennen... Keine Chance.


    Ich bin am Lemmingnest angekommen und erleichtere mich. Ich liebe diesen Ort! Jede freie Minute verbringe ich hier. Ich ziele mit meinem Strahl zwischen die Gitterstäbe des einzigen Fensters. Dort wo sonst die süßen kleinen Lemming-Augen ängstlich heraus starren. Ich versinke in Gedanken an die letzen "Gäste" und spüre abermals wie in meiner Hand etwas hart wird. Plötzlich höre ich das Dröhnen wieder das mich vorher geweckt hat. Die Quelle zaubert mir ein Grinsen ins Gesicht. Murder, El Loco und Championat brettern johlend und mit freiem Oberkörper auf dem Panzer vorbei. Championat prostet mir mit einer Flasche Vodka zu. Ich zeige ihm grinsend den Mittelfinger und ziele mit meinem Gemächt auf den Panzer und deute pantomimisch eine Ejakulation in ihre Richtung an. Warmer Urin benetzt meine Hand.

    Keiner weiß welche Substanzen diese Jungs zu sich nehmen um die Schlacht noch intensiver zu erleben. Manchmal bin ich ein bischen neidisch, sie haben mehr von unseren eigenen Jungs auf dem Gewissen als Jeder andere in der Truppe. Ich liebe sie! Weniger Konkurrenz um die Ohren...


    Ich packe mein Teil ein und stochere mit dem Kampfstiefel in dem verkohlten Haufen Asche neben dem Lemmingnest. Man erkennt noch ein paar Zähne und einen halben Schädel. Ich versinke in Gedanken und denke an die Geschichten, die der Besitzer mir von seiner Freundin erzählt hat, als ich ihn damals über die Straße zu unserem Fahrzeug an der Fahne geschleift habe.

    Verdammt! Die Kampagnenpause war einfach zu lange für mich. Ich brauche wieder frische Lemminge!


    Plötzlich bekomme einen heftigen Schlag gegen den Hinterkopf "Moderier dich mal!" kichert Mehrboon hinter mir. Ich wische mir einen Speichelfaden vom Kinn und blicke ihn mit trüben Augen an. Wie lange habe ich hier gestanden? Ich höre seine Worte aber verstehe die Bedeutung nicht. Er packt grob meinen Kopf mit beiden Händen und sieht mir in die Augen und grinst: "ES - GEHT - LOS!"


    Da höre ich erst das Kreischen der Sirenen und bemerke das geschäftige Treiben im Hintergrund. Mein Blick klärt sich schlagartig, ich zittere leicht, spüre wie sich Freudentränen in meinen Augen sammeln und das Blut wieder heftig in meinen Schoß pumpt. Während ich stark atmend darum ringe, die Kontrolle über meinen Körper wieder zu erlangen, überkommt mich ein ekstatischer Muskelkrampf und ich spüre wie sich die Anspannung klebrig und heiß in meine Unterhose entlädt.



    Es geht wieder los!

  • Hier auf Altis hat für mich alles begonnen. Die ersten Simulations-Kämpfe. Die ersten Schießübungen. Die ersten Einsätze als Friedenstrupp. Hier wurde ich ausgebildet. Aber trotzdem kann keine Ausbildung der Welt diesen Horror beibringen. Als ich auf Lythium als Aushilfspilot gerufen wurde, dachte ich, dass es so werden würde wie in der Ausbildung. Triebwerke an, Fahrwerk einfahren, und alle sicher zum Ort des Geschehens bringen. Doch niemand hat mich auf die Gefahren eines wirklichen Krieges vorbereitet. Als es für mich soweit war, und ich mich zum Briefing für den ersten EInsatz setzte fühlte ich mich hilflos. Überall Soldaten, die schon so viel mitgemacht haben mussten, dass einige von ihnen völlig dem Wahnsinn verfallen sind. Für die war das kein Ernst mehr, es war zu einer lustigen Routine geworden. Das machte mir Angst. Sobald sollte ich mich bei meinen Fliegerkollegen melden, die mir das für mich verwirrende und komplizierte Prozedere der Anschaffung der Fahrzeuge erklärten. Ich fühlte mich wie ein Kind, das gerade von Thermodynamik liest. Dann war es soweit. Der erste Flug. Mit echten Kämpfern. In einen echten Krieg. Tief durchatmen - Triebwerke hochfahren - und dann ... Motorschaden. Meine erste Xian hebte kurz ab und knallte dann heftig mit einem Triebwerksschaden wieder auf dem Boden auf - irreparabel für die Dauer des Einsatzes. Ich wollte im Boden versinken, obwohl mich keine Schuld traf. Untersuchungen ergaben später eine Sabotage von seiten des Feindes. Hinterlistig und feige manipulierten sie die Triebwerke so, dass ein kontrolliertes Abheben im VTOL-Modus nicht möglich war. Es wurde schnell klar, dass das kein Einzelfall war, und so musste ich zum ersten Einsatz die Landebahnen nutzen - heikel, wenn man sieht wie provisorisch diese angelegt wurden.

    Doch das war nicht das schlimmste. Nachdem ich einige Manöver geflogen hatte, und immer mehr Soldaten mit PTBS aushelfen mussten, habe ich den größten Schrecken des Krieges kennengelernt: Soldaten im Laderaum, auf den Weg zum Kampf, die mit Sicherheit wussten, dass einige von Ihnen nicht zurückkehren. Und was machen die? Lautstark Disco-Lieder aus den 90ern singen. Als wäre das alles ein Spiel. Ich konnte es nicht fassen. Ich musste lachen. Nicht vor Freude, nein. Aus Furcht. Werde ich auch mal so werden?

    Und dann kam es noch schlimmer. Ich musste den ersten Todesfall mit ansehen. Einer der Truppe hatte seinen Fallschirm nicht angelegt. Er sprang lautstark lachend einfach aus dem 500 Km/H schnellem, 900m hohem Flugzeug. Ich sagte mir immer "dem hätte eh keiner mehr helfen können", aber trotzdem nagte das lange an mir. War ich daran schuld? Beim Auto fahren ist auch der Fahrer schuld, wenn der Fahrgast keinen Gurt angelegt hat.

    Und dann passierte es. Ich war so entsetzt und in Gedanken, dass ich die Warnungen im Funk überhört haben musste. Eine mobile Flugabwehr, genau auf meiner Route, genau unter mir. Ich konnte den Raketen zwar noch ausweichen, aber die 30mm Schnellschusskanone traf meinen Flieger und setzte ihn fast augenblicklich flugunfähig. Ein Moment des Schocks. Klar, wir wurden ausgebildet, was im Falle eines Abschuss' zu tun ist - aber in den Sekunden war mein Kopf leer. Ich gab maximalen Schub auf die Triebwerke und versuchte vergebens hochzuziehen - aber der Boden kam immer näher. Erst im letzten Moment erkannte ich die Ausweglosigkeit und betätigte den Schleudersitz - zu spät, denn ich schlug hart im Feld auf, einige Meter weiter hörte ich die Xian nahe einer Baumgruppe zerschellen. Es wurde dunkel.

    Das nächste was ich hörte war eine Krankenwagensirene. Wie konnte das sein? War die Schlacht vorbei? Wie lange lag ich hier rum? Aber dann wurde die Sirene lauter, und ich konnte deutlich erkennen, dass das keine gewöhnliche Sirene war. Nein sie war anders, als ob es ein Mensch ist, der so tut als wäre er ein Krankenwagen. Es wurde immer lauter, bis ich auf einmal gepackt wurde und aus dem Dreck gedreht wurde. Ein breit grinsender Sanitäter schaute mich kurz an und rief dann lautstark "ICH BIN DER BANANAMEDIC!" Was? Ich dachte nur, dass ich vielleicht kurz vor dem sterben bin, und halluziniere. Aber nein, es war echt, und der "Bananamedic" - so kaputt seine Psyche auch war - flickte mich kurzerhand wieder zusammen. Sogar so weit, dass ich ein Gewehr in die Hand und mitmarschieren konnte. Und das Marschziel war gut: Sie waren auf dem Weg, eben jene AA zu vernichten, der ich die Schmerzen im Arm und Rücken zu verdanken hatte. Kurze Zeit später ging auch schon ein gleißendes Licht auf - und Befriedigung in mir.


    Ja, schießen konnte ich. Das viel auch der Führung auf, und so wurde ich in späteren Einsätzen nach vorne geschickt. Und nach einigen Stunden im Kampf, wusste ich, warum im Flugzeug gesungen und gelacht wird. Es hilft. Gegen die ganze Scheiße hier auf dem Feld. Nie werde ich vergessen wie wir mit 2 Trupps eine Stellung attackieren sollten - und außer mir am Ende nur ein verkohlter Haufen eines Transporters übrig war. Naja, und ein Scharfschütze, mit dem ich noch Funkkontakt halten konnte.


    Doch der Krieg war so gut wie verloren. Wir versuchten mit aller Kraft, den Wind zu drehen. Aber es war leider zu spät. Letztendlich wurde Lythium überrannt.


    Und nun stehe ich hier - zurück auf Altis, Zurück auf meinem alten gewohnten Truppenübungsplatz. Nur diesmal ist es anders. Diesmal steht der Feind schon in der Tür. Aber diesmal bin ich bereit. Ich säubere meine Waffe und justiere das Visier - Präzision ist dein wichtigster Verbündeter.

    Gerade landet ein Ghost Hawk hier auf dem Übungsplatz. Ja, es juckt mich schon. Aber ich werde woanders dringender gebraucht. Und doch hoffe ich, im Verlauf dieser Operation, eine Verschnaufspause im Cockpit zu bekommen.


    Nichts desto trotz sind wir hier, um dem Feind zu zeigen, dass Altis uns gehört. Und das werden wir mit aller Kraft beweisen.

  • Freitag, DATUM XXX,, 15.00 Uhr Altis


    Es ist eine kühler Tag auf Altis. Der Wind fegt mir um die Ohren. Ich gebe meinen Rucksack und meine Waffe bei Gelir. Ein letzter Blick in die Baracken zu den Jungs. Dann nimmt mich Paul am Arm. “Und auf gehts!”, sagt er während er mich sanft aber entschlossen aus der Baracke rausdrückt.

    Avenger steht draußen und wartet mit einem Paar Handschellen auf mich. Er stößt mich gegen den Hunter und zieht meine Hände hinter meinem Rücken zusammen.

    “NaNa, das wird denke ich nicht nötig sein”, plauzt Lord von seinem Büro aus. Hans Semmel, der 10 Meter von ihm wegsteht hält sich die Ohren. Ich kann sehen wie Blut rausläuft. Trommelfell durch. Das kann schonmal passieren wenn der Chef was sagt und man vergessen hat, seinen Gehörschutz ordentlich reinzumachen.

    Avenger lässt mich los und ich nicke Lord zu. Es ist nicht nötig. Nichts lieber würde ich tun hals hier zu bleiben. Mit meinen Jungs zu kämpfen, zu gewinnen und zu trinken oder gar zu sterben.

    “Rein da jetzt”, auch Dave ist nicht sonderlich freundlich zu mir und ich werde in den Hunter geschubst. Die Türen fliegen zu und ich kann außen Gemurmel hören. Aus dem Fenster kann ich sehen wie ein Heli startet. Dann geht es los. Raus in die Wildnis von Altis.


    Freitag, DATUM XXX Nachts, Altis südlich Neochori Leuchtturm


    Es ist stocke finster. Regen tropft auf mich herab. Richtiges Sauwetter. Und der Feind lässt auf sich warten. Lord bietet mir eine Zigarette an, doch ich lehne ab. Das Leben hier draußen ist ungesund genug. “Tut mir leid. Wir konnten leider nichts weiter machen. Wir haben es wirklich versucht.”, sagt er diesmal so leise, wie ich ihn noch nie gehört habe. Wir waren eigentlich nie einer Meinung, dennoch hätte er mich lieber auf seiner Seite.

    “Ich weis, ich weis. Mach dir nicht so einen Kopf. Das wird sich schon alles fügen”, antworte ich ihm und klopfe in auf die Schulter.


    Motorengeräusche sind zu hören. 3 Hummingbirds sind am Horizont aufgetaucht. Sie nähern sich schnell. Die Männer laden ihre Waffen durch,.

    “Ruhig Blut, brüllt Lord, wieder in seiner normalen Stimme.

    Paul packt mich schon wieder etwas grob am Arm. Ich schau ihn etwas böse an und der Griff lockert sich. Währenddessen landen die Helikopter. Jetzt geht es los.


    Lord trifft sich mit einer dunklen Person zwischen uns und den Helikoptern. Sie unterhalten sich mehrere Minuten und ich kann spüren wie mir der Regen langsam den Rücken runterläuft.

    Als Lord zurück kommt sagt er zu mir das ich zu den Helis laufen solle. Mir entgegen kommt eine andere Gestalt. So ist das bei einem Gefangenen Austausch. Man opfert sich für irgendeine eine dumme Sau die sich erwischen lassen hat. Idiot. Plötzlich blendet mich ein rotes Licht. Tobi… er wird doch jetzt nicht… . Er blendet mich ins andere Auge und ich muss auf den Boden schauen. Ein roter Punkt flitzt immer wieder von links nach rechts. Machs gut Tobi. Ich winke in die dunkle Nacht, ohne wirkliches Ziel. Doch er weis das ich ihn meine.


    Der andere Agent ist jetzt auf meiner höhe und schaut mich verdutzt an. Sein Gesicht ist haarig. Ich wende den Blick ab und gehe weiter auf die Helis zu. "Zeit einzusteigen", ruft mir ein alter Mann entgegen. Alte Leute und haarige Menschen. Das ist die CSAT. Das kann ja was werden.


    Doch was bin ich jetzt? Agent? Doppelagent oder doch Doppeldoppelagent? Ich hab keine Zeit weiter darüber nachzudenken. Der Flug geht los und ich muss mich festhalten. Nur knapp über dem Boden fliegt der Heli wieder in die Nacht hinein und weg bin ich.

  • Samstag, 02. Februar 2019

    Beobachtungsposten, Neochori


    Ich versteh es immer noch nicht… Gestern bekam ich den Befehl meinen Beobachtungsposten aufzugeben und mich auf dem Weg nach Neochori zu machen. „Gefangenenaustausch überwachen!“, hatte Lords Stimme aus dem Funkgerät gebrüllt. Selbst mit nahezu stummgeschaltetem Funkgerät platzten mir fast die Ohren und auf meine Frage wer ausgetauscht werden sollte bekam ich keine Antwort.


    Mehrere Stunden verbrachte ich auf meinem Posten, verschmolzen mit meiner Umgebung und dem Gewehr neben mir liegend. Ich beobachtete die Umgebung durch mein Fernglas, denn ich rechnete nicht damit mein Gewehr zu brauchen. In den meisten Fällen verläuft ein Austausch recht unproblematisch. Irgendwann kam die Nacht… und kalter Regen.


    Der Regen weichte den Boden auf, ließ die Gläser meiner Optik beschlagen und mein Tarnanzug sog sich mit Wasser voll. Als meine Gliedmaßen schon ganz steif gefroren waren tat sich endlich was. Ein Hunter näherte sich dem Treffpunkt und vier Personen stiegen aus. Einer von ihnen war unbewaffnet, ohne Zweifel der Gefangene. Nur war dieser nicht gefesselt. Ich schaute mir die Person genauer an und ich konnte es nicht fassen. Es war Niffer! Nach all der Zeit soll er ein Verräter sein? Nein! Das Glaube ich einfach nicht, da muss was anderes dahinterstecken.


    Irgendwann kamen drei Hummingbirds angeflogen. Ich entsicherte mein Gewehr und beobachtete die Personen in den Hummingbirds. Unter ihnen stach eine ganz besonders hervor. Durch meine Nachtsichtoptik erkannte ich eine Person mit wild wuchendern Bart und zerzausten Haaren. Das musste der Gefangene im Austausch gegen Niffer sein. Lord und ein CSAT-Offizier trafen sich auf halber Strecke und unterhielten sich eine Weile. Dann ging jeder zurück auf seine Seite und der Austausch konnte beginnen. Ich schaltete meinen Laser an und leuchtete Niffer damit ins rechte Auge, dann ins linke Auge. Niffer blickte, wie von mir gewollt, zum Boden. Ich ließ den Laser, wie ein winken zum Abschied, schnell nach links und rechts wandern. Er verstand und winkte in die Dunkelheit… beim nächsten Treffen würde die Situation anders ausgehen.


    Sonntag, 03. Februar 2019

    Luftwaffenstützpunkt Altis, Gravia Airport


    Das erste Gefecht ist vorbei. Über mehrere Stunden haben wir in einer brutalen Schlacht um den Flughafen im Herzen Altis gekämpft. Ich hatte mich etwa 1600 m entfernt positioniert um die Aufklärung zu übernehmen, da die Drohne ausgefallen war. Mit einem Funkgerät stand ich dauerhaft in Kontakt mit Gelir, der nur auf Ziele für den Mörser wartete.


    Etwa nach einer halben Stunde entdeckte ich zwei feindliche Schützen im Tower. Ich gab die Postion durch und kurz danach wurde das Gebäude vom Mörser eingedeckt. Als sich der Rauch legte sah ich die kläglichen Überreste der beiden Feinde. Im selben Augenblick brauste ein Ifrit an den den Tower geschützt durch eine Rauchwand. Kurze Zeit später sah ich einen Feind mit Raketenwerfer im ersten Stock am Fenster, der ankommende Kameraden unter Beschuss nahm. Ich verlor keine Zeit und drückte ab und wartete. Die Kugel brauchte etwa zwei Sekunden bis am Ziel ankam. Das .408 Projektil durchschlug die Schutzweste des feindlichen Schützen wie Butter, genau an der Stelle wo das Herz saß. Der Körper wurde wie vom Hammer getroffen herumgerissen und Blut spritzte gegen die Wand dahinter. Ein feindlicher Scharfschütze saß ebenfalls im Gebäude, aber er gab mir kein gutes Ziel.


    Gute 20 Minuten später sah ich einen Schützen der versuchte sich dem Terminal aus Nordöstlicher zu nähern. Ich stellte mein Visier ein und schoss… doch ich traf ihn nicht. Das Projektil schlug rechts neben dem Feind ein und dieser nahm sofort die Beine in die Hand. Ich schoss weitere Schüsse ab, doch ein sich bewegendes Ziel auf einen Kilometer zu treffen ist extrem schwer, weshalb auch diese nicht ihr Ziel trafen. Ich ließ von ihm ab bevor sie meine Position ausmachen konnten.


    Immer wieder hielt ich Ausschau nach dem feindlichen Scharfschützen, untersuchte genau jedes noch so verdächtige Anzeichen. Dann, nach dem das Gefecht eine Stunde tobte, hörte ich das GM6 Lynx Gewehr schießen. Ich fand ihn etwa südlich am Kraftwerk oben auf dem Turm liegen. Über Funk gab ich Gelir die Position und sagte ihm er solle auf mein Zeichen warten. Ich stellte mein Visier auf 1200 m ein und schoss, doch ich traf ihn nicht. Ich konnte auch nicht erkennen wo das Projektil einschlug, schoss ein weiteres Mal doch der Scharfschütze entzog sich meinem Schussfeld. Ich funkte Gelir an und sagte ihm er solle den Job zu Ende bringen und das tat er auch. Kurze Zeit später schlugen mehrere Mörsergranaten ein, so viele dass das gesamte Gebäude in sich zusammen fiel und der Scharfschütze in den Tod stürzte.


    Ich entschied mich dafür meine Position zu verändern und entschied mich für eine Position im Norden. Kurze Zeit nach dem ich angekommen war hörte ich plötzlich Motorengeräusche. Ein Quilin HMG brauste an, blieb unweit meiner Position stehen und der Fahrer setzte sich ans Geschütz. Ohne lange zu überlegen legte ich mein Gewehr an, zielte auf den Kopf und zog den Abzug durch. Der Soldat klappte leblos zusammen und fiel zu Boden. Die Zeit danach verlief Ereignislos bis ich zum Militärturm und einen Scharfschützen entdeckte. Mein Entfernungsmesser zeigte mir an das mein Ziel 1700 m entfernt war. Ich zielte, schoss und wartete. Die Kugel traf ihr Ziel doch im selben Moment gellte ein Schrei durch den Funk.


    Ich habe nach all den Jahren zum ersten mal einen Kameraden für einen Feind gehalten und getroffen… das kann ich mir nie verzeihen.

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    ===OPT-Mitglied seit Februar 2010===

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    "Anfliegende Geschosse haben immer Vorfahrt" - Verfasser Unbekannt

  • Beitrag von oldeurope ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Es ist 2 Jahre her das ich meinen Dienst bei der letzten Einheit qutiert habe.
    Ich erhielt vor einiger Zeit eine Mail von Kings in der stand das sie meine Unterstützung brauchen könnten.


    Ich habe lange kein Gewehr in der Hand gehalten und müsste auch so manches wieder lernen, aber der Wille war da und da wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein weg.

    Ich hatte mir überlegt wie ich das Heer am besten unterstützen könnte und hatte mich mit Chucky einem alten Kameraden zu dem ich immer noch regen Kontakt habe unterhalten. Er sagte mir das er mir in den Kampf folgen würde und hatte eine Idee die mir bis dato nicht ganz ausgereift vorkam. Aber umso mehr ich darüber nachgedacht habe desto sinniger erschien mir das ganze. Ich schrieb also Pix, Jote, Shogun, Eddie und D33ves an um aus dem Haufen von Erfahrenen und unerfahrenen Soldaten eine Gruppe zu bilden.
    Nachdem sie mir alle gesagt hatten das sie dabei sind viel mir ein riesiger Stein vom Herzen. Ich bin so froh das sie alle hier sind.

    Nachdem wir uns nach langer Zeit endlich getroffen Haben machten wir uns auf den Weg nach Altis. Dort angekommen wurden wir von Schredder der die Heeresleitung übernommen hatte dankend und sehr herzlich in Empfang genommen. Einige der hiesig stationierten Männer kannten uns noch, da wir ja schon einmal diese Einheit auf Tanoa unterstüzt hatten. Nach der Eingliederung in die Kompanie waren wir also die Gruppe Delta der CSAT. Ich suchte Tobgru einen Kameraden der ehemaligen Einheit und musste feststellen das er das ein oder andere mal von unseren Beobachtern auf der Gegnerseite als Scharfschütze gesehen wurde. Ich fragte mich was passiert ist.
    Ist er übergelaufen?
    Wurde er gefangen genommen und rekrutiert?
    Fragen über Fragen aber eines steht fest der Kampfgeist ist da und ich werde nicht zögern wie auch er nicht zögern würde wenn wir uns gegenüberliegen. Krieg ist so, wer schneller schießt und früher trifft lebt länger.

    Nach einigen Trainingseinheiten haben wir uns für den Kampf unserer ersten Schlacht der Operation Schall und Rauch vorbereitet und sind voll motiviert in den Kampf gezogen. Der Lärm des Gefechts ist ein guter alter aber auch störender bekannter der stets dabei ist.

    Schreie von verwundeten Männern!

    Das Einschlagen der Mörsergranaten unmittelbar in unsere Nähe!

    Das Rauschen des Funkgerätes!

    Die konzentrierten Blicke der Männer!
    Das Adrenalin das durch die Adern pumpt!
    Das Geräusch der feindlichen Geschosse die an einem vorbei Peitschen!

    Das alles sind ständige Begleiter des Kampfes und Ich habe mir das alles genau so vorgestellt,
    Grausam und Hart.


    Mann könnte jetzt sagen ich sei verrückt oder lebensmüde.
    Ich sage dazu nur,


    WIR SIND WIEDER DA! DELTA HURRA

  • Mein Name ist Prot... ich meine Sebastian. Ich trage den Decknamen Protox und manchmal scheine ich zu glauben, dass es mein leiblicher Name ist, so oft wie ich ihn schon gehört habe.

    Ich war Soldat der CSAT Special Forces, auf Lithium stationiert und trage ein Leistungsabzeichen der 1.Klasse, den ich für meine Dienste als AT-Schütze bekommen habe. Damals konnte ich mehrfache Feindfahrzeuge und die gegnerische Stellung unter Raketenbeschuss nehmen und vernichten. Dennoch haben die Natokräfte es geschafft fast vollständig das ganze Gebiet zu erobern.

    Doch dieser eine Tag sollte mein Leben verändern. Ich bekam eines morgens in unserer Basis persönlich einen Brief mit der Aufschrift "TOP SECRET" überreicht. Von ganz oben kam die Anweisung mich zur einer geheimen Truppe zu versetzen mit dem Kennzeichen "AAB".


    Gemäß den Anweisungen begab ich mich in das Büro unserer Heeresleitung, in der sich neben der Leitung eine weitere Person befand.

    "Guten Tag, Sie sind SF Gefreiter Protox, richtig?"

    Ich salutierte und antwortete mit einem "Jawohl, Sir"

    "Ich bin AAB Special Agent Preacher und kann ihnen mit freude mitteilen, dass Sie von nun an als Agent der AAB arbeiten werden."


    Um das ganze kurz zu halten: Ich verbrachte die nächsten Monate zurück in der Heimat in einem streng geheimen Lager mit einem Spezialtraining, welches mich zu einem Agenten machen sollte.

    Es hätte nicht besser laufen können in meiner Karriere. Meine erste Mission klang ziemlich merkwürdig: Ich und ein paar andere Agenten wurden als Soldaten auf die Insel Altis geschickt, um als Bravo den dortigen Truppen zu unterstützen, doch unser eigentlicher Auftrag war es auf seltsame vorkomnisse zu achten und ggf. notwendige Maßnahmen zu treffen, genaueres wollte man uns nicht verraten.


    Schon als ich meinen ersten Fuß auf die Insel setzte wusste ich, dass ich es bereuen würde und ich hatte Recht. Etwas gruseliges ging auf dieser Insel vor. Auf dem Weg vom Landungshubschrauber bis in das Büro der für die Insel zuständige Heeresleitung hatte ich das Gefühl, als ob uns etwas unsichtbares nachlaufen würde. Die Heeresleitung unter dem Decknamen "Schredder" klärte uns über die Lage der Insel auf und dass ein Squad wohl spurlos verschwunden sei. Während dessen plant die Nato einen Angriff auf einen unserer Sektoren. Sickboy und ich sollten uns in einem verlassenen Stützpunkt verstecken und auf Bereitschaft gehen. Während die Zeit verstrich, bedankte sich Sickboy, dass ich ihn in der Basis und während der Fahrt navigiert habe. "Ist doch nicht die Rede Wert." sagte ich ihm.

    Daraufhin hörte ich eine seltsame Stimme sagen "Seine Seele hole ich mir zuerst!". Ich ich war ziemlich verstört und mir lief der Schweiß die Stirn runter. "Fange ich etwa an zu spinnen? Höre ich jetzt schon Stimmen im Kopf?" Doch bevor ich was sagen konnte, kam der Funkspruch durch, dass der außenposten an der Ausgrabungsstelle attackiert wird und wir so schnell wie möglich rübersetzen sollen. Mit einem Quillin machten wir uns beide auf dem Weg und entschieden uns bei einem verlassenen Gebäude zu halten und zu Fuß weiter zu laufen. Als wir uns dem Gebäude näherten, hörte ich wieder diese Stimme:"Jaa kommt zu miiir stillt meinen Hunger" und was ich dann sah stammte nicht von dieser Welt. Eine schattenhafte Kreatur trat aus dem Gebäude und griff nach uns. Ich bich rechtzeitig aus dem Fahrzeug gesprungen, aber Sickboy trat nur auf die Bremse und wurde bei lebendigen Leibe von der Kreatur verschlungen, danach grinste "es" mich hämisch an und verschwand in den Schatten. Der Anblick raubte mir den Verstand und so zückte ich zitternd das Funkgerät und konnte nur folgendes wiedergeben: "Si...Sick.. er ist...ver... er wurde Disconnected!"


    to be continiued

  • Montag, 22. April 2019

    Luftwaffenstützpunkt Altis, Gravia Airport


    Über zwei Monate hinweg wüten jetzt schon die Gefechte auf Altis und noch ist kein Ende in Sicht. Wir konnten in der ersten Offensive etwas Raum gewinnen und schnell ließ man sich zu sehr vom Siegesrausch blenden. Der Gegenschlag der CSAT war schnell und heftig. Sie überrannten unsere Truppen im Sektor um Agios Dionysios und bauten einen effektiven Abwehrring um das Stadtzentrum auf. Etliche Versuche die feindlichen Truppen aus der Stadt zu drängen wurden abgewehrt und unter heftigem Feuer feindlicher Scharfschützen hat es die Trupps regelrecht zerfetzt.

    Der Funk blieb mir besonders im Gedächtnis.... Schmerzerfüllte Schreie und panische Rufe dominierten den Funk. Ich selber war nicht in der Lage meinen Kameraden effektiv zu helfen. Ich konnte zwar einen AT-Schützen im nördlichen Bereich neutralisieren und kurz darauf einen Piloten, doch der Erfolg hielt nicht lange. Der Kamerad der die gekaperte Ausrüstung abholen sollte wurde getötet und der AT-Werfer fiel wieder zurück in Feindeshand.

    Im Bereich um die Stadt war es mir kaum möglich die feindlichen Scharfschützen zu bekämpfen. Ich erfuhr später dass ich einem Feind jagte, obwohl ich diesen schon getötet hatte. Unser Pilot Murda setzte mich später in einer Zone ab in der mir, kaum ausgestiegen, die Kugeln um die Ohren fliegten. Zwar konnte ich dem Kugelhagel entkommen, doch ein Projektil streifte meine Schulter.

    Zurück im Stützpunkt erkannte ich eine deutliche Blutspur vom Landepunkt der MedEvacs zum Lazarett hin. In einem Hangar lagen mehrere schwarze Leichensäcke nebeneinander gereiht.

    Für mich sind Bilder wie diese normal. Der Tod ist für mich schon längst ein alter Begleiter geworden und es wird zu einem anderen Zeitpunkt die Chance geben die Toten zu betrauern.


    Vor einigen Tagen konnten wir unter heftiger Gegenwehr den Sektor um die Stadt Abdera erobern und zeitgleich einen Angriff auf Galati abwehren. In der ersten Stunde fielen viele junge Soldaten durch Scharfschützen, doch wir konnten irgendwann mit einem geballtem Angriff die Kontrolle um das Zielgebiet erlangen. Immer wieder kamen Angriffswellen der CSAT durch die Wälder, doch es gelang uns entgegen aller Erwartungen diesen Stand zu halten. Im Norden von Galati konnte ich einen einzelnen AT-Schützen ausschalten und weitere Feinde fielen mit dem Einbruch durch meine Hand. Getrieben von den vergangenen Ereignissen, lies ich mir keine Chance entgehen es ihnen Heim zu zahlen.

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    "Anfliegende Geschosse haben immer Vorfahrt" - Verfasser Unbekannt


  • FREITAG - 31.MAI - IRGENDWO IM NIRGENDWO - ALTIS


    Morgens, kurz nach halb 5, am Strand 1 Kilometer ausserhalb der basis sitzend, geniesse ich täglich den Kaffee mit einer Zigarette im mund und beobachte Tag für Tag den Sonnenaufgang auf Altis und warte auf den nächsten Einsatz.

    In Gedanken versunken wie alles begann und wie lang das noch so weitergehen soll....Für was Kämpfen wir? Für wen? Warum?


    Alle paar tage das selbe Leid und Grauen in den unerbittlichen Schlachten um irgendwelche Gebiete oder Städte wobei wir nicht mal den waren Grund kennen warum und wieso?


    Es war wie Gestern......damals als es begann:

    Ich war damals ein junger Soldat, frisch versetzt zur AAB. Wurde dort zu einen der Ausbildner ernannt, machte den rasanten aufstieg zum Gruppen- und kurz darauf zum Zugskomandant stv..

    Auch Erfahrung hatte ich bereits genug gesammelt auf den vielen Lehrgängen am weg zum Stabsunteroffizier und unzähligen gemeinsamen Übungen sowie Einsätzen mit SEAL Teams, Delta Force, Rangers KSK und auch Russischen Spezialeinheiten wie Spetsnaz oder Alpha group oder Privaten Sicherheitsfirmen.


    Warum dann all das hier?


    Begonnen hat alles im Fronturlaub in meinen ersten Altis Einsatz der AAB!

    Ich leistete mir einen Urlaub in der Südsee, genauer gesagt auf Tanoa.

    Ich wurde im vorfeld schon öfters angesprochen von General Patze und Brigadier Kings das ich mit meinen Fähigkeiten für mehr bestimmt wäre.

    Nach mehrmaligen zögern und ablehnen von Informationen ihres Mysteriösen vorhaben wurde ich damals mit einen "schönen urlaub Hr Wachtmeister, wir sehen uns bald" verabschiedet.


    Wenige Tage nach meiner Ankunft, am frühen Morgen wurde ich aus dem Schlaf gerissen durch Schüsse um mein Quartier in Vagalala. Ich stellte schnell fest das ich mitten in einen Feuergefecht festsitze.

    Ich hörte zwischendurch immer wieder die selbe stimme brüllen dass das alles kein milsim ist.

    Doch wer war derjenige und warum ein Feuergefecht?

    Nach einer weile hinter meiner Deckung klopfte mir jemand auf die Schulter und stammelte irgendwas von er könne das gebrülle nicht mehr hören das es kein milsim sei.....

    Nach einen verdutzten blick auf den Soldaten erkannte ich ihn!

    Cune - erst vor kurzen noch bei mir die Grundausbildung abgeschlossen, es stand Rekrut Cune vor mir.

    Er drückte mir eine Waffe in die Hand und meinte "ohne die, und ohne uns gibts kein rauskommen aus der Hölle"!


    Am ende des Tages dachte ich mir nur "in welchen Sumpf bist du da nur reingeraten"!

    Und das im Urlaub


    Ich war zum Glück mit in die Basis genommen worden wo ich in Sicherheit die Nacht verbringen konnte. Dort lernte ich seine Kampfgefährten kennen wo ich feststellte, ich kenne ausser Cune noch 2 weitere aus meiner Stammeinheit.

    Was machen sie hier und warum kämpfen sie?


    Nach einigen Tagen in vermeintlicher Sicherheit im Lager lernte ich auch andere Kämpfer kennen. Den ersten "Fremden" den Cune mir vorstellte, war jener von dem ich fast in Dauerschleife brüllend gehört habe das es alles kein milsim sei.

    Er wurde von allen mit certain angesprochen.

    Nicht überaschen kam von ihm "Willkommen bei der OPT........und merk dir eins! DAS IST KEIN MILSIM HIER!


    Nach weiteren langen Tagen im Lager als ich wieder fragte wegen der Heimreise, wurde mir eine Katiba und Sprengstoff in die Hand gedrückt.

    Es stand plötzlich Certain vor mir und sagte ich soll in den Heli.

    Bei der Begründung auf die frage wo es hingeht bekam ich als Antwort, da sind Cune und Cjino. Und bedenke das es kein milsim ist.

    Heimkommen gibts erst in 3 Monaten wieder...so seine Worte damals ehe ich mit ihnen in den Heli stieg.....




    Jetzt, 2 Jahre später, hier am Strand sitzend, den Sonnenaufgang geniessend auf die nächste Alarmierung zur Schlacht wartend, kämpfe ich noch immer Schulter an Schulter mit neuen und auch immer noch den selben Kameraden die ich damals in der Furchtbaren Schlacht um Vagalala kennengelernt habe.